Welchen besonderen Herausforderungen haben Stiftungen in Bezug auf Resilienz?
1. Begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen
Stiftungen haben häufig kleinere Teams und begrenzte Mittel im Vergleich zu gewinnorientierten Unternehmen. Das bedeutet oft eine Mehrbelastung für die Mitarbeiter, da sie mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen müssen. Dies kann Stress und Erschöpfung verstärken, was die Resilienz der Mitarbeitenden schwächt.
2. Emotional anspruchsvolle Arbeit
Viele Stiftungen engagieren sich in Bereichen wie soziale Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheit oder Umwelt, wo sie direkt oder indirekt mit schwierigen gesellschaftlichen Problemen konfrontiert sind. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind oft emotional stark involviert, was die Gefahr von Burnout erhöht. Die ständige Auseinandersetzung mit dringlichen sozialen Herausforderungen kann emotional belastend sein.
3. Hoher Erwartungsdruck
Die Arbeit in Stiftungen ist oft von hohen Erwartungen seitens der Öffentlichkeit, Fördergeber und Begünstigten geprägt. Es besteht Druck, nachweisbare Wirkung und Erfolg vorzuweisen, was die Belastung der Mitarbeitenden erhöht. Diese Verantwortung kann die Resilienz beeinträchtigen, wenn es an ausreichend Unterstützung und Anerkennung fehlt.
4. Unsicherheit durch projektbasierte Arbeit
Da Stiftungen oft projektbasiert arbeiten und auf externe Finanzierung angewiesen sind, gibt es häufig Unsicherheiten über die langfristige Beschäftigung und die Kontinuität der Arbeit. Diese Unsicherheit kann eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeitenden darstellen und das Sicherheitsgefühl untergraben, was sich negativ auf die Resilienz auswirken kann.
5. Wandel und Flexibilität
Stiftungen müssen in der Lage sein, schnell auf gesellschaftliche Veränderungen und neue Herausforderungen zu reagieren. Der Druck, sich ständig an neue Bedingungen anzupassen, kann zusätzlichen Stress erzeugen. Mitarbeitende müssen oft flexibel sein und neue Kompetenzen entwickeln, um auf unerwartete Krisen oder Veränderungen im Umfeld der Stiftung zu reagieren.
6. Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben
Da in Stiftungen oft ein starkes Engagement für die Mission besteht, verschwimmen manchmal die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Mitarbeitende neigen dazu, sich über das übliche Maß hinaus einzusetzen, was die Gefahr von Erschöpfung und mangelnder Erholung mit sich bringt. Eine Balance zu finden, kann herausfordernd sein.
7. Mangel an struktureller Unterstützung
Kleinere Stiftungen haben oft keine gut ausgebauten HR-Abteilungen oder Programme zur Förderung des Wohlbefindens ihrer Mitarbeitenden. Es fehlen oft formelle Strukturen, um systematisch Resilienz, Stressmanagement oder Burnout-Prävention zu fördern.
8. Mangel an Anerkennung
In vielen Fällen wird die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Stiftungen extern nicht immer ausreichend gewürdigt, insbesondere wenn die Erfolge nicht sofort sichtbar sind. Dies kann sich negativ auf das Selbstwertgefühl und die Motivation auswirken, was wiederum die Resilienz schwächen kann.
Lösungsansätze zur Förderung der Resilienz in Stiftungen:
Gezielte Programme zur Gesundheitsförderung: Investitionen in Angebote wie Stressbewältigungsworkshops und Coaching.
Flexibilität und Selbstfürsorge fördern: Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten, um eine bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu ermöglichen.
Teamarbeit und kollegiale Unterstützung stärken: Aufbau von kollegialer Unterstützung durch Peer-to-Peer-Programme oder regelmäßige Reflexions- und Austauschformate.
Führungskräfte schulen: Schulungen für Führungskräfte in Bezug auf resilienzfördernde Führung und das Erkennen von Überlastungssymptomen.
Klare Zielsetzung und Anerkennung: Transparente Ziele und regelmäßige Anerkennung der Leistungen, um Sinnhaftigkeit und Motivation zu stärken.
Die Stärkung der Resilienz der Mitarbeitenden ist für Stiftungen entscheidend, um langfristig wirksame Arbeit zu leisten und die Belastbarkeit der Organisation insgesamt zu fördern.